Kartenhaus 2012
Intervention im öffentlichen Raum auf Einladung der Kunsthalle Wien
schaufenster_Karlsplatz
Digitaldrucke auf Folie
Aus meinem Interesse an Körper - Bildern habe ich über viele Jahre Kunstpostkarten mit einem Schwerpunkt auf Darstellungen des nackten Körpers gesammelt, mit denen ich im Atelier eine Reihe von realen Kartenhäusern gebaut habe. Ich sehe die Postkarten nicht nur als Bild, sondern in Zeiten fortschreitender Digitalisierung auch als attraktive vom Verschwinden bedrohte materielle Kulturträger mit Haptik und Substanz. Interessant ist nicht nur die Vorderseite sondern auch die reduzierten Texte auf der Rückseite, die neben technischen Details auf Copyrights, Institutionen, Sammlungen verweisen.
Die Kunsthalle Wien hat, als sie von Gerald Matt (im Team mit Bettina Leidl) geleitet wurde, von 2002 bis 2012 Künstler*innen eingeladen, die Fassade eines Gebäudes, das sich neben dem Ausstellungsraum der Kunsthalle am Karlsplatz befindet, zu gestalten. Die Kartenhäuser, ursprünglich eine Fotoarbeit, werden überlebensgroß als Installation im öffentlichen Raum zu einer bildnerischen Architektur expliziter Nacktheit, die mit verschobenen räumlichen und zeitlichen Dimensionen spielt und auf einer kunstgeschichtlichen Basis Möglichkeiten auslotet, den menschlichen Körper jenseits warenästhetischer Verwertungszusammenhänge öffentlich zu zeigen.